Usability
Was ist eigentlich Usability?
Es gibt mehrere gute Definitionen von Usability. Als zertifizierter Usability Engineer bevorzuge ich natürlich die Definition nach ISO 9241-11.
Definition von Usability nach ISO 9241-11
"Usability ist das Ausmaß in dem bestimmte Benutzer in Ihrem bestimmten Kontext ihre bestimmten Aufgabenziele mit Effektivität, Effizienz und Zufriedenstellung erreichen können."
Am schönsten finde ich allerdings eine Aussage von Wojciech Jastrzebowski aus dem Jahre 1857 (!), die im Kern nicht wahrer sein könnte:
"Ergonomie ist ein wissenschaftlicher Ansatz, damit wir aus diesem Leben die besten Früchte bei der geringsten Anstrengung mit der höchsten Befriedigung für das eigene und für das allgemeine Wohl ziehen."
Was bedeutet das genau? Nun, ein Produkt, in diesem Fall ein Internet-Auftritt oder Online-Shop muss bestimmte Prinzipien beachten:
- Der Nutzer muss sein Ziel mit angemessenem Aufwand erreichen können, sprich möglichst wenig Energie verbrauchen.
- Handlungsaufforderungen müssen eindeutig sein, sprich der Nutzer muss alles verstehen und wissen, wo er was tun soll/kann.
- Der Nutzer muss immer „Herr der Lage“ sein (Steuerbarkeit).
- Was Sie dem Nutzer anbieten muss das sein, was er erwartet. Und das hängt davon ab, ob und welche mentalen Modelle der Benutzer bereits in seinem Kopf hat.
- Fehler müssen vermieden werden (Poka-Yoke) und wenn sie doch passieren, dann muss richtig damit umgegangen werden.
- Denken Sie an Nutzer mit Behinderung. Ein Internet-Auftritt zum Beispiel sollte barrierefrei sein.
- Wenn es Dinge gibt, die der Nutzer bei Ihnen erst erlernen muss, dann tun Sie alles um ihm das Lernen so einfach wie möglich zu machen.
Aber Usability ist nur ein Teil des Ganzen. Im Zuge der User Experience nach ISO 9241-210 geht nicht nur um die tatsächliche Nutzung eines Produktes, sondern auch um das Vorher und Nachher: Welche Vorstellung über die Nutzung des Produktes hat der Benutzer, bevor es tatsächlich genutzt hat? Wie verarbeitet er die erlebte Nutzung, welche emotionale Bindung hat er nach der Nutzung zum Produkt?
Eine übergreifende Disziplin ist Persuasion, sprich die positive Beeinflussung des Nutzers, basierend auf Psychologie und Hirnforschung. Persuasion hat viele Ansatzpunkte innerhalb der User Experience und noch darüber hinaus. Mehr zu Persuasion und persuasivem Webdesign.
So viel zur Theorie, nun zur Praxis. Ich könnte Ihnen jetzt unzählige Beispiele präsentieren, wo sich gute Usability von schlechter Usability unterscheidet. Das brauche ich aber gar nicht, denn Sie selbst sind ein Experte auf dem Gebiet. Achten Sie doch in Zukunft einfach mal darauf, wie benutzerfreundlich ein Internet-Auftritt ist. Oder wie einfach sich ein Online-Shop bedienen läßt. Oder wie lange Sie brauchen, um am Automaten eine Fahrkarte zu kaufen. Oder, oder, oder...
Im Rahmen des Usability Engineering bieten wir folgende Dienstleistungen an:
Requirements Engineering
Wir finden heraus, was Ihr Benutzer wirklich braucht und möchte. Eine Analyse des Nutzungskontextes bringt Erfordernisse zu Tage, aus denen dann konkrete Nutzungsanforderungen abgeleitet werden. Sie werden von den Ergebnissen überrascht sein...
Analyse
Wir finden mit einer dieser Methoden heraus, wo es wirklich klemmt.
- Heuristische Experten-Evaluation
- Szenarienbasierter Walkthrough
- Benutzerinterviews mit Thinking Aloud
- Benutzertests (WAMI und AttracDiff)
Optimierung und Umsetzung
Auf Basis der Analysen geben wir konkrete Empfehlungen oder gehen direkt in das Design-Phase über. Das Ergebnis ist ein Produkt (oder auch Internet-Auftritt/Online Shop), der den Benutzern möglichst wenig Energie kostet.
...oder testen Sie uns, kostenlos und unverbindlich.